NV Thalwil

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30.06.2004: Mauer- und Alpenseglerbroschüre für Planer und Bauherren

Für den Natur- und Vogelschutzverein Thalwil ist die Förderung der Mauerseglernistplätze eine wichtige Aufgabe. Auf verschiedenen Ebenen sind wir deshalb seit langem aktiv und unterstützten auch die Herausgabe einer neuen Mauerseglerbroschüre. Mitglieder können die Broschüre gratis beziehen. Für Nichtmitglieder kostet sie Fr. 5.--.

Mauersegler und Alpensegler sind auf kleine Hohlräume an unseren Gebäuden und Mauern angewiesen. Früher waren die meisten Häuser so gebaut, dass im Dachbereich, auf der Mauerkrone und im Mauerwerk genügend Hohlräume und Nischen vorhanden waren, welche die Segler als Nistplätze nutzen konnten.

Zudem entstanden im Lauf der Jahre Risse und Spalten, die sich ebenfalls als Seglernistplätze eigneten. Doch leider werden heute solche Stellen bei Renovationen oft zerstört. Die wenigen verbleibenden, für die Lüftung unbedingt notwendigen Hohlräume werden durch Insektengitter verschlossen. Doch Segler sind ihrem Brutplatz sehr treu. Haben sie einmal an einem Ort erfolgreich Junge aufgezogen, kehren sie jedes Jahr wieder ins gleiche Nest zurück, bessern dieses aus und brüten wieder darin.

Auch während 6-9 Monaten Winter-Abwesenheit vergessen sie nicht, bei welchem Haus, unter welchem Ziegel sie genistet haben. Ist ihr Nistplatz verschwunden oder verschlossen, brauchen sie viel Zeit, bis sie diese Stelle aufgeben und nicht mehr anfliegen. Die anschliessende Suche nach einem neuen Nistplatz dauert oft die ganze Brutsaison, so dass sie im gleichen Jahr nicht mehr zum Brüten kommen.


Verschlossen werden geeignete Nischen vielfach aus Unkenntnis oder Furcht vor Beschädigung der Bausubstanz. Dass Segler und ihre Nistplätze geschützt sind, ist meist nicht bekannt.

Die stetige Abnahme der Brutplätze führt zwangsläufig zu einem Rückgang des Seglerbestandes. Viele ihrer Nistplätze könnten jedoch ohne grosse Kostenfolge erhalten oder ersetzt werden und an Neubauten könnten mit wenig Aufwand einige neue Unterschlüpfe eingerichtet werden.

Sowohl die Erhaltung als auch die Schaffung neuer Nistmöglichkeiten setzt voraus, dass die Ansprüche der Segler an ihre Nistplätze bekannt sind. Erst dann können Architektur und Tiere zueinander finden.